Die Ursprünge des Vespa Rollers reichen bis in die Nachkriegszeit zurück. Trotz dieses hohen Alters erfreut sich der Roller auch heute noch einer äußerst großen Beliebtheit. Dies liegt vor allem daran, dass Piaggio den Roller sehr vorsichtig weiterentwickelt hat. Die Entwicklung des Rollers wird nachfolgend in der Modellgeschichte dargestellt.

Wenn über die Vespa gesprochen wird, weiß jeder sofort, wovon die Rede ist. Der italienische Motorroller hat längst Kultstatus erreicht und erfreut sich in aller Welt einer großen Beliebtheit. Nach wie vor gibt es viele Rollerfahrer, die lieber eine alte Vespa kaufen, anstatt mit einem neuen Roller auf Tour zu gehen. Doch selbst Besitzer eines solchen Rollers müssen häufig gestehen, dass sie gar nicht so viel über dessen Herkunft wissen. Daher ist es Zeit, sich mit der Geschichte des Rollers einmal näher zu beschäftigen.

 

Die Ursprünge der Vespa

Vespa Roller stammen aus Italien, wo sie vom Unternehmen Piaggio gebaut werden. Allerdings war das Unternehmen nicht immer ein Hersteller von Motorrollern und anderen Kraftfahrzeugen. Die Ursprünge reichen bis in das Jahr 1884 zurück, als das Unternehmen als Bootsbaubetrieb gegründet wurde. Als 1916 die Fliegerei aufkam, sattelten die Eigentümer des Betriebs entschlossen um und begannen damit, Flugzeuge zu fertigen. Allerdings wurde der Großteil der Produktionsanlagen während des zweiten Weltkriegs zerstört, sodass nach Kriegsende erneut umgesattelt werden musste.

Enrico Piaggio, damaliger Geschäftsführer und Enkel des Unternehmensgründers, traf eine sehr rationale Entscheidung. Ihm war klar, dass Italien zu großen Teilen in Trümmern liegt und deshalb keine Flugzeuge, sondern viel einfachere Transportmittel benötigt werden. Infolge wurde beschlossen, Motorroller zu fertigen.

Entwicklung und Fertigung eines Motorrollers passten damals sehr gut zum Unternehmen, denn hierfür wurden deutlich weniger Maschinen als zur Fertigung von Flugzeugen benötigt. Außerdem war die Nachfrage sehr groß, sodass gute Erfolgsaussichten bestanden.

Zum besagten Zeitpunkt wurde festgelegt, dass der Roller sehr einfach konstruiert sein muss. Einerseits wollte man die noch vorhandenen Maschinen nutzen können, zum anderen sollte der Roller bei der Bevölkerung überzeugen, indem er einfach aber solide gefertigt ist. Infolge entstand die legendäre Vespa.

 

Modellgeschichte des Motorrollers

Im Alltag wird gerne von „der Vespa“ gesprochen. Tatsächlich gibt es jedoch nicht nur ein Modell des Motorrollers. Im Lauf der Jahre wurde der Roller immer wieder verbessert und dem Zeitgeist angepasst, bis sich der Vespa Roller zu einem der Kultobjekte schlechthin entwickelte. Somit entstanden mehr als 35 verschiedene Modelle, von denen die interessantesten nachfolgend vorgestellt werden.

Den Anfang macht die Vespa 98, die 1946 auf den Markt kam. Die so genannte Ur-Vespa verfügt über einen 3,2 PS starken Motor mit 98 ccm, der sie auf eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h beschleunigt.

Es dauerte nicht lange, bis der erste Nachfolger entwickelt war. Dieser kam 1948 auf den Markt und wurde in Anbetracht seines Hubraums als Vespa 125 bezeichnet. Der wesentliche Unterschied zur Ur-Vespa besteht darin, dass ihr Motor maximal 4,5 PS leistet und daher eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h gestattet.

Es war im Jahr 1964, als Piaggio eine strategisch clevere Entscheidung traf und die Vespa 50 einführte. Mit ihrem vergleichsweise geringen Hubraum von nur 50 ccm wurde das Fahrzeug der jungen Generation zugänglich gemacht, immerhin dürfen entsprechende Fahrzeuge in Italien bereits ab dem Alter von 14 Jahren gefahren werden. Weil in vielen europäischen Ländern ähnliche Vorschriften gelten, wurde das Modell zum internationalen Beststeller. Die Vespa 50 wurde bis in die 1990er Jahre produziert und bis dahin mehr als vier Millionen Mal verkauft.

Mit der Vespa 50 Elestart brachte Piaggio im Jahr 1970 eine spezielle Variante des Rollers auf den Markt. Die Besonderheit ist der integrierte Elektrostarter, welcher zusätzlichen Komfort verspricht: Der Roller muss nicht mehr angetreten werden, stattdessen genügt es, zum Starten einen Knopf zu drücken.

Als die 1980er Jahre begannen, änderten sich die Designtrends. Plötzlich waren geschwungene Linien nicht mehr angesagt, stattdessen war ein sehr nüchternes Design gefragt. Diesem Trend konnte sich Piaggio nicht entziehen und brachte daher 1983 die Vespa PK auf den Markt, deren Design entsprechend angepasst war. Allerdings hielt sich die Begeisterung der Kundschaft in Grenzen, selbst heute kann sich nicht jeder Fan für dieses Rollermodell begeistern.

In den 1990er Jahren änderte sich der Rollermarkt grundlegend, Konstruktionsweise und Design hatten mit den alten Modellen nicht mehr viel gemeinsam. Zumindest aus technischer Sicht musste sich Piaggio diesem Trend anpassen. Allerdings kam 1996 die Vespa ET auf den Markt, die mit einem Hubraum von 50 ccm, 125 ccm und sogar 150 ccm angeboten wurde. Die Besonderheit dieser Vespa besteht darin, dass sie auf neuer Technik basiert, aber im Retrodesign erscheint.

Mit der Vespa LX verfuhr der Hersteller auf dieselbe Art und Weise, wobei dieses Modell immer noch gefertigt wird. Das Retromodell ist jedoch stärker an moderne Roller angelegt und auch hier stehen Motoren mit unterschiedlichem Hubraum zur Auswahl.

Ein weiteres Modell der aktuellen Palette ist die Vespa GTS, die mit 125 ccm und 300 ccm Motor angeboten wird. Sie wurde als großer Roller konzipiert, der auch preislich höher angesiedelt ist. Im Gegenzug gibt es eine umfassende Ausstattung, die sogar ABAS umfasst.

Die Vespa 946 wurde im Jahr 2011 vorgestellt. Sie wurde stark an den Klassiker, die Ur-Vespa angelehnt – zumindest im Hinblick auf das Design. Allerdings dürfen sich Interessenten nicht täuschen lassen, denn trotz Retrolook handelt es sich um einen der modernsten Roller, die je gebaut wurde. Ein technisches Highlight ist der Scheinwerfer, der auf LED-Technik basiert.

 

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